🛡️ Die Grenzer (Die Blutsteuer)
Ein Leben zwischen Pflug und Schwert
Die Grenzer sind eine Besonderheit im feudalen Gefüge von Ostarra. Sie sind keine Leibeigenen, die einem Herzog gehören, und sie sind kein Adel. Sie sind freie Männer auf eigenem Land, angesiedelt an den wilden Rändern des Reiches – der sogenannten "Militärgrenze".
Ihr Pakt mit dem Kaiserthron ist uralt und gnadenlos: Ein Grenzer zahlt keine Steuern in Gold oder Korn. Er zahlt die "Blutsteuer". Jeder Hof ist eine Festung, jedes Dorf eine Kaserne. Wenn die Alarmglocken läuten oder die Signalfeuer auf den Hügeln brennen, müssen sie den Pflug auf dem Feld liegen lassen und sofort zu Schild und Speer greifen. Für einen Grenzer gibt es keinen Frieden, nur das Warten auf den nächsten Angriff.
"Schlammfresser"
In den marmornen Hallen von Kaiserwacht werden sie oft verachtet. Die Herzöge in ihrer Seide nennen sie abfällig "Schlammfresser" oder "wilder Pöbel", da Grenzer keinen Drill kennen, nicht marschieren wie die Eiserne Legion und keine polierten Rüstungen tragen.
Sie tragen Felle gegen die Kälte, Leder gegen die Dornen und Eisen gegen den Feind. Sie kämpfen nicht für Ruhm oder Orden, sondern für das Überleben ihrer Familien, die nur wenige Meter hinter der Schlachtlinie in ihren Kellern kauern.
Der Eiserne Wall
Doch die Geschichte hat bewiesen, dass Stahl härter ist als Gold. In der Schlacht am Schwarzen Pass, als die gepanzerte Ritterschaft der Herzöge vor der Übermacht floh, waren es die Grenzer, die stehen blieben. Sie bildeten den Schildwall um Kaiser Valerius. Ihr ungeschriebenes Gesetz lautet: "Wir weichen nicht, denn hinter uns liegt das, was wir lieben."
Seit Varin Grau – einer der ihren – den Siegelring des Kaisers trägt, sind die Grenzer nicht mehr nur die Wächter am Rand. Sie sind das letzte Rückgrat eines zerbrechenden Reiches.